Diskussion über kostenlose naldo-Fahrscheine für Asylbewerber in Tübingen

Das heißt konkret: Eine Einzelfallentscheidung für die rund 50 Asylbewerber in Weilheim ist aus Sicht von naldo ausgeschlossen. Eine generelle Freifahrt für Asylbewerber aus wirtschaftlichen Gründen kann aus Sicht des Verbundes nur dann gewährt werden, wenn, wie bei anderen Personengruppen, denen aus politischen Gründen ermäßigte Fahrpreise oder Freifahrt gewährt werden sollen (zum Beispiel Schüler, Schwerbehinderte ...), staatliche Ausgleichszahlungen die Mindereinnahmen der Verkehrsunternehmen decken.

Andernfalls müssten die Mindereinnahmen im Rahmen einer überproportionalen Fahrpreiserhöhung auf alle naldo-Kunden umgelegt werden. Aufgrund der massiven Kürzungen der staatlichen Ausgleichszahlungen, Erstattungen und Zuschüsse der vergangenen Jahre und der damit einhergehenden Fahrpreiserhöhungen in der Vergangenheit sieht der Verkehrsverbund naldo dafür leider keinerlei Spielraum.

Wenn aus politischen Gründen Freifahrten für Asylbewerber angeboten werden sollen, müsste berücksichtigt werden, dass es auch andere Personengruppen gibt, die sich aus unterschiedlichen Gründen Bustickets nicht leisten können. Es ist jedoch aus Sicht des Verbundes grundsätzlich nicht haltbar, politische Forderungen zu erheben und die daraus resultierenden Kosten im Sinne eines „schwarzen-Peter-Spiels“ zu Lasten der Verkehrsunternehmen zu verteilen.